PRESSE SCHLÄFER / SLEEPER (Cannes) OFFICIAL WEBSITE: http://www.heisenberg.info/Film/Schlaefer.htm

 

NYNEWSDAY.com

BY JAN STUART

STAFF CORRESPONDENT

 

May 25, 2005

 

(...) Other festival films also gave a human face to pervasive, post 9/11 fears. In Benjamin Heisenberg's "Sleeper" ("Schlafer"), a smart and simmering drama from Germany, a newly hired university professor is wracked by the possibility that an Algerian colleague he has befriended is a sleeper terrorist. (...)

 

 

Tagesspiegel, 20.5.

 

"Imponierend rund ist "Schläfer" gelungen, der Diplomfilm des

Münchner Studenten Benjamin Heisenberg. Der junge Biologe

Johannes (eine Entdeckung: Bastian Trost) bespitzelt einen

algerischen Kollegen, den die Polizei als Schläfer verdächtigt. Bald

steht eine junge Frau zwischen den beiden, und schon entwickelt sich

eine feine Psychostudie über Freundschaft, Vertrauen, Neid,

Eifersucht und schließlich Verrat. Sie sind noch so was von jung,

diese Leute. Aber unversehen nehmen sie eine Schuld auf sich, von

der einer wie Wim Wenders ein Leben lang erzählen kann."

 

 

 

 

BZ:

 

(...)

Das deutsche Kino steht gut da, auch mit Benjamin Heisenbergs Debüt

"Schläfer" (Un Certain Regard): Ein junger Wissenschaftler lässt sich hier

vom BND als Spitzel anwerben und denunziert einen algerischen Kollegen aus

Eifersucht.

 

Berliner Zeitung 20.5.

 

 

FAZ:

 

Beachtliche Beiträge

 

Das deutsche Kino präsentierte sich in Cannes auch in den Nebenreihen mit

einigen beachtlichen Beiträgen, von denen vor allem „Schläfer” von Benjamin

Heisenberg und „Falscher Bekenner” von Christoph Hochhäusler Aufmerksamkeit

auf sich zogen. Die beiden jungen Regisseure gelten hier als Vorreiter eines

neuen deutschen Kinos, von dem in Frankreich mehr die Rede ist als bei uns.

 

„Falscher Bekenner” ist der düsterere der beiden Filme, er erzählt davon,

wie Armin, der gerade die Schule abgeschlossen hat, in seinem ordentlichen

Elternhaus an der Fürsorge der Mutter, den Erwartungen der Brüder, der

Ungeduld des Vaters langsam zu ersticken droht. Armin hat keine Ahnung, was

er vom Leben will. Er treibt sich auf einer Autobahntoilette herum, wobei

nicht ganz klar ist, ob alles, was dort geschieht, real ist, er ist

fasziniert von Unglücksfällen, und er beginnt, Bekennerbriefe an die Polizei

zu schreiben, obwohl er nichts Unrechtes getan hat, sondern genaugenommen

überhaupt nichts tut.

 

Abgründige Trostlosigkeit

 

Das Drehbuch ist zu unklar, als daß eine verständliche und glaubwürdige

Geschichte sich entwickeln könnte, aber die Szenerie ist von so abgründiger

Trostlosigkeit, und die Personen (neben Constantin von Jascheroff als Armin

spielen Devid Striesow und Florian Panzner seine Brüder) werden so real

(wenn auch nicht sympathisch), daß man Deutschland, wie es sein kann, fast

physisch zu spüren meint.

 

Diese Präzision zeichnet auch Heisenbergs „Schläfer” aus, der eine

Geschichte von Freundschaft und Bespitzelung zwischen einem deutschen und

einem iranischen Chemiker erzählt. Wie es sich heute lebt in Deutschland,

das ist das Interesse dieser beiden Filmemacher, und es ist an der Zeit, daß

die deutschen Kinogänger die Chance bekommen, sich davon ein Bild zu machen.

 

FAZ 20.5.

 

Tirol Online: 20.5.

 

Österreich ist auch in den Nebenreihen bei den 58. Filmfestspielen in Cannes

stark vertreten. Heute, Donnerstag, feiern die Filme "Schläfer" des jungen

Regisseurs Benjamin Heisenberg in der Reihe "Un certain regard" sowie

"Instructions for a Light and Sound Machine" von Peter Tscherkassky in der

"Quinzaine des Réalisateurs" ihre Uraufführung. In der "Semaine de la

Critique" waren in den vergangenen Tagen auch die Kurzfilme "Echos" von

Michael Ramsauer und "Mirror Mechanics" von Siegfried A. Fruhauf zu sehen.

 

"Schläfer" ist die Abschlussarbeit des 1974 in Tübingen geborenen Regisseurs

an der Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) in München und wurde von der

Wiener coop99 und der Münchner juicy film produziert. Er widmet sich einem

hoch brisanten Thema - der staatlichen Überwachung von möglicherweise in

terroristische Aktivitäten verwickelten Ausländern. Heisenberg hat als

Hintergrund dafür ein wissenschaftliches Umfeld gewählt: Die Freundschaft

zweier Laborkollegen, die an einem Forschungsinstitut am gleichen Thema

arbeiten, wird durch die Kontaktaufnahme des Verfassungsschutzes einer

harten Belastungsprobe ausgesetzt: Johannes (Bastian Trost) soll seinen aus

Algerien stammenden Kollegen Farid (Mehdi Nebbou) bespitzeln.

 

Heisenberg schafft durch seine Geschichte selbst eine Laborsituation, bei

der er die Reaktion auf den von außen kommenden Druck konsequent nur im

privaten Rahmen beobachtet. Ist der Keim des Verdachtes erst einmal gelegt,

verändert sich alles: die Freundschaft der beiden Männer, die Rivalität in

ihrer Beziehung zur gemeinsamen Freundin (Loretta Pflaum), ihre

Konkurrenzsituation bei der wissenschaftlichen Arbeit. Unversehens kommt für

Johannes durch einen tatsächlich verübten Anschlag jedoch die Notwendigkeit,

sich entscheiden zu müssen zwischen menschlicher Solidarität oder einer

Loyalität dem Staat gegenüber, die auch persönlich Vorteile verspricht. In

ruhigen, klaren Einstellungen (Kamera: Reinhold Vorschneider) erzählt

Heisenberg seine Geschichte; dass er dabei kaum filmische oder

dramaturgische Mittel einsetzt, um seinem Plot zusätzliche Emotion oder

Dramatik zu verleihen, dürfte sowohl Zustimmung als auch Ablehnung finden.

Insgesamt erweist sich "Schläfer" jedoch als intelligenter, sehr achtbarer

Film zu einem wichtigen Thema.

 

Der 17-minütige Kurzfilm "Instructions for a Light and Sound Machine" des

1958 in Wien geborenen renommierten Filmkünstlers Peter Tscherkassky ist ein

schwarz-weißer Albtraum, bei dem sich ein Westernheld plötzlich im

Schattenreich der Filmtoten wiederfindet. Dieser "Versuch, einen römischen

Western in eine griechische Tragödie zu transformieren" (Tscherkassky) ist

eine ebenso eindrucksvolle und rasante wie für den Betrachter anstrengende

Beschäftigung mit dem Medium Film, die sicher ihre Fans in der

Avantgarde-Szene finden wird. Ganz ähnlich auch "Mirror Mechanics" von

Siegfried A. Fruhauf, dessen acht-minütiger Schwarz-Weiß-Film mit

Verdoppelungen und Spiegelungen arbeitet. Der Streifen wurde kürzlich mit

dem "Crossing Europe Award 2005 Local Artists" in Linz ausgezeichnet. Auch

"Echos" von Michael Ramsauer, ein 32-Minüter, der drei Freunde bei einem

tragikomischen gemeinsamen Selbstmordversuch zeigt und gestern seinen

Cannes-Auftritt hatte, wurde auf der vergangenen "Diagonale" (gleich

zweifach) ausgezeichnet.

 

Schon vor der samstägigen Preisverleihung steht daher an der Côte d' Azur

fest: Mit dem 2005er-Festivaljahrgang darf das Filmland Österreich

außerordentlich zufrieden sein.

 

Von Wolfgang Huber-Lang/APA

 

Tirol Online

 

 

Berliner Morgenpost 20.5.

 

(...) Wenders war 32, als er seinen ersten Film in Amerika drehte, und das ist

mehr oder weniger exakt das Alter der anderen deutschen Regisseure in

Cannes. Betrachten wir die Schauplätze ihrer Filme. Christoph Hochhäuslers

"Falscher Bekenner" über einen 18jährigen, der sich in anonymen Schreiben zu

Unfällen bekennt, die er gar nicht verursacht hat, spielt in einer

westdeutschen Mittelstadt. Benjamin Heisenbergs "Schläfer" ist in München

angesiedelt und erzählt von einem Forscher, der einen moslemischen Kollegen

für den Verfassungsschutz ausspioniert. Und Fatih Akins "Crossing the

Bridge" streift erlebnishungrig durch die quicklebendige Musikszene

Istanbuls.

 

Nun sind vier Filme keine repräsentative Menge, und doch stehen sie für

einen Trend: Eine Generation nach Wenders heißt das Motto des deutschen

Kinos nicht mehr "Go West, young man", sondern "Look East" - oder "Sieh dich

daheim um". Das gilt nicht nur für Schauplätze, sondern auch für Inhalte und

Stile. Hochhäusler wie Heisenberg beobachten präzise einen bestimmten

Menschen; hier einen Teenager in der Pubertät, da einen jungen Erwachsenen,

den Unreife, Eifersucht und die Gelegenheit zum Spitzel werden lassen.

 

Alle drei - Hochhäusler, Heisenberg, Akin - fanden in Cannes wohlwollende

Aufnahme. Doch wäre der Applaus bei Pressevorführungen ein Maßstab für die

Jury, könnte es Wim Wenders sein, der eine Palme nach Hause mitnimmt - wo

immer das für ihn sein mag.

Berliner Morgenpost (20.5.)

 

 

Münchner Merkur 20.5.

 

(...)

 

Fulminantes Debüt des Münchners Heisenberg

 

Um einsame Männer und ihre Probleme kreisen auch die beiden anderen

deutschen Filme in Cannes. Sie laufen in der zweiten Reihe, Un Certain

Regard, und können zwar keine Goldene Palme, aber die Camera d'Or und

verschiedene Nachwuchspreise gewinnen. "Falscher Bekenner" heißt der von der

französischen Kritik gefeierte Film von Christoph Hochhäusler. Vorbei an

allen deutschen Fördergremien haben er und seine Kölner Produktionsfirma

Heimatfilm einen intensiven Psychothriller gedreht. Er handelt von einem

Abiturienten, der noch bei den fürsorglichen, aber absolut verständnislosen

Eltern wohnt und zwischen erfolglosen Bewerbungsgesprächen ziellos in den

Tag hinein lebt. Ein Porträt der Desorientierung und Identitätssuche. Seinem

Thema gewinnt Hochhäusler dabei sehr viele humorvolle Seiten ab, sodass man

"Falscher Bekenner" sogar als zutiefst menschliche Komödie begreifen kann.

 

Ein fulminantes Debüt gelingt dem Münchner Filmhochschüler Benjamin

Heisenberg mit "Schläfer". Auch hier ein junger Mann, der still und

schweigend einen diffusen Zorn in sich hineinfrisst. Ein Thriller, der

freilich dadurch etwas genretypischer wirkt, dass der hoffnungsvolle

Chemiestudent bald vom Geheimdienst angeworben wird. Er soll seinen

arabischen Freund und Kollegen bespitzeln, der könne ein terroristischer

Schläfer sein. Es ist der Alltag, der plötzlich zum Drama wird und die

Figuren zur Katharsis zwingt. Ein kluger Film über Verrat und seine Folgen

und das kühle, ganz gegenwärtige Bild einer Welt, in der jeder jeden

betrügt. Gemeinsam ist beiden jungen Regisseuren nicht nur eine im Gegensatz

zu Wenders auf ihre eigene Welt und Gegenwart gerichtete Neugier und der

Verzicht auf Vergangenheitsseligkeit. Ihr Stilwille: Diszipliniert und

ökonomisch erwecken sie den Sinn für feine Unterschiede und genaue

Beobachtung wieder zum Leben, der in Cannes schon mal verkümmern kann,

obwohl hier die Zukunft des Kinos liegt.

 

Kurz vor Torschluss wird Bilanz gezogen. Für viel Gesprächsstoff sorgte die

außer Konkurrenz gezeigte Doku: "The Power of Nightmares" des Briten Adam

Curtis. Der Film erzählt parallel die Geschichte der US-amerikanischen

Neokonservativen und der Islamisten seit ihrer Geburtsstunde im Kalten Krieg

kurz nach 1945. Das verblüffende, aber mit vielen Fakten gestützte Fazit:

Die Al Kaida gibt es nicht! Die Terrorgruppe sei nur eine Erfindung

amerikanischer Rechtsaußen, die ihren eigenen Weltverschwörungsideen auf den

Leim gingen. Bush und Co. eigenen Lügen, ähnlich wie Bin Laden.

 

Nach einem Wettbewerb ohne Höhepunkte und Überraschungen, aber mit vielen

guten Filmen gehen Michael Hanekes "Caché" und "L'Enfant" der Brüder

Dardenne als Preisfavoriten ins Wochenende - zwei abgründige Filme, die

anhand privater Geschichten aufs große Ganze zielen.

 

 

RÜDIGER SUCHSLAND

Merkur 20.5.

 

 

 

Standard 21.22./5.

 

Cannes - Weiterhin wird Michael Hanekes Thriller Caché zum Favoritenkreis

für die am Samstagabend verliehene Goldene Palme der 58. Filmfestspiele in

Cannes gezählt. Ob der Film der Jury um Emir Kusturica tatsächlich

preiswürdig scheint, ist für seinen internationalen Erfolg nur noch bedingt

von Bedeutung: Die Verleihrechte sind mittlerweile auch in die USA verkauft.

Es ist gut möglich, dass Haneke für eine seiner nächsten Produktionen auch

amerikanische Beteiligungen akquirieren kann.

 

Aus österreichischer Sicht kann man nun nur noch erfreut anschließen: Auch

der Nachwuchs schläft nicht, selbst wenn die jüngste Produktion der Wiener

Firma Coop 99 den Titel Schläfer trägt. Inszeniert und geschrieben wurde

diese denkwürdige filmische Novelle zur Verquickung von Liebe, Arbeit und

Politik vom deutschen Filmemacher Benjamin Heisenberg - und er findet für

ein fast schon reißerisches Ausgangsthema denkbar unspekulative,

intelligente Weiterentwicklungen.

 

In einem Biolabor soll einer der algerischen Topchemiker (Mehdi Nabbou) ein

verkappter Terrorist sein. Ein Kollege (Bastian Trost), frisch engagiert und

durchaus ehrgeizig, lässt sich widerwillig dazu überreden, ihn zu

bespitzeln. Dass die beiden Männer Freunde, dann aber auch in Liebesfragen

Rivalen werden, nimmt Heisenberg zum Anlass für Szenen aus einem deutschen

Alltag, in dem offenbar nicht nur "Verdächtige" ständig observiert werden.

Auf den Leistungsdruck folgen "entspannende" Ego-Shooter-Spiele am PC, dabei

verliert man sich zunehmend selbst aus den Augen. Es kommt im

deutschsprachigen Kino gegenwärtig viel zu selten vor, dass Arbeits- und

Lebenswelten so nüchtern und zugleich mit Sinn für prekäre Details

porträtiert werden.

 

Fulminant gestaltete sich auch die Weltpremiere von Instructions for a Light

and Sound Machine, dem jüngsten Film des österreichischen

Avantgarde-Filmemachers Peter Tscherkassky. Ein einsamer Gringo -

Ausgangsmaterial ist Sergio Leones The Good, the Bad and the Ugly - gerät da

auf dem Schneidetisch des Filmemachers in ständigen Neu- und

Überbelichtungen in den Showdown seines Lebens/Sterbens.

 

Es ist, als würde sich der Held nicht zuletzt in filmischen Schleifen

verfangen, bis er schließlich in einem Reich der Toten, einem fatalen

Abspann landet, der ihm doch auch wieder nur "ewiges Leben" garantiert -

demnächst wieder im Kino . . . Tscherkassky über seinen Film: "Mein Versuch,

einen Italowestern in eine griechische Tragödie zu transformieren." In der

Quinzaine des Réalisateurs wurde dieser "Versuch" mit tosendem Applaus

gefeiert. (DER STANDARD, Printausgabe, 21./22.05.2005)

 

 

DPA: (Stuttgarter/Mainpost/Schwarzwälder Bote/dreharbeiten.de/www.20-cent.de)

 

Benjamin Heisenbergs Thriller «Schläfer» in Cannes

 

Cannes (dpa) Der große Effekt bewegt ihn nicht. Für Benjamin Heisenberg,

dessen Film «Schläfer» in der Reihe «Un certain regard» beim Filmfestival in

Cannes viele positive Reaktionen bekommen hat, geht es um die leisen Töne

und die feinen Unterschiede. «Es ist die psychologische Feinmechanik, die

mich interessiert», sagte der 31- jährige Regisseur der dpa. «Ich will ganz

genau zeigen, wie sich Menschen in bestimmten Situationen verhalten.»

 

Aus den «Schläfer»-Zutaten Terrorangst, Verfassungsschutz, Genforschung und

Liebe hätte Hollywood einen knalligen Thriller produziert. Der in Tübingen

geborene Heisenberg aber schafft es, die Geschichte über einen jungen

Münchner Wissenschaftler, der seinen aus Algerien stammenden Freund und

Kollegen bespitzeln soll, als hyperrealistisches Psychodrama zu inszenieren.

«Mir geht es darum zu zeigen, wie sich ein Verdacht und Misstrauen auf die

Beziehungen auswirken, was Druck und Stress mit den Figuren machen.»

 

Sein Film wirkt wie ein guter Roman: Alltagserfahrungen sind exakt

beobachtet, Verhaltensmuster bis in kleine Gesten hinein präzise

dargestellt, die Spannung ergibt sich vor allem aus dem inneren Geschehen

der Charaktere.

 

Die Kritiker von «Variety» und «Hollywood Reporter» bewunderten in Cannes

den «neuen deutschen Realismus», der sich in den Filmen von Heisenberg und

seinem Münchner Studienfreund Christoph Hochhäusler zeige. Hochhäusler war

mit «Falscher Bekenner» in der gleichen Festival-Reihe zu sehen. Die beiden

sind nicht nur als Regisseure aktiv, sondern auch als Herausgeber: Zum

Netzwerk der jungen Filmemacher gehört seit ein paar Jahren auch die

Filmzeitschrift «Revolver».

 

 

 

 

Liberation 20.5.

 

Un certain regard. Autour d'un présumé terroriste, un suspens filmé avec langueur.

«Schläfer», un soupçon de terreur

 

Par Gérard LEFORT

 

vendredi 20 mai 2005 (Liberation - 06:00)

 

 Schläfer, de Benjamin Heisenberg (Allemagne), avec Bastian Trost, Mehdi Nebbou... 1 h 40.

 

 

 

ans le registre de la demi-teinte et du sens murmuré, après Falscher Bekenner de Christoph Hochhäusler, et nonobstant le très vieux Wenders (lire ci-contre), le jeune cinéma allemand continue à intriguer avec ce Schläfer («Dormeur») de Benjamin Heisenberg. C'est le nom de code dont est affublé Farid (Mehdi Nebbou), jeune ingénieur d'origine algérienne travaillant dans une société de biotechnologie de Munich, soupçonné de fomenter un attentat islamiste pendant ses heures creuses.

 

Johannes (Bastian Trost), jeune universitaire fraîchement recruté dans la même boîte, est contacté par la police pour tenter de le débusquer. Le film tient dans la variation de cette relation entre le terroriste supposé et son dénicheur. Une jeune femme (Loretta Pflaum) s'intercale alors entre les deux hommes devenus amis et va modifier la donne. Le terroriste est peut-être moins compliqué qu'on le croit et le mouchard plus qu'il ne le paraît.

 

Une histoire à suspense, filmée avec une belle langueur. Johannes vivant avec sa grand-mère grabataire, Farid écoutant des cassettes d'entraînement à la relation humaine, une partie de frisbee dans le parc, un club de jeux vidéo, autant d'apartés étranges qui ne distraient pas de l'intrigue, mais l'augmentent. Ainsi d'une très réussie scène d'arrestation dont la célérité est contredite par le regard de son principal témoin, comme congelé par la terreur rampante qui hante ce quasi-documentaire sur l'intranquillité de nos vies protégées.

 

 

 

 

Herald Tribune / The New York Times 20.5. – By Manhola Dargis

 

(...) Indeed, if the Cannes festival came equipped with tag lines, this year's could easily be "Out of the Past" (or "Return of the Repressed"). The most notorious example is Lars von Trier's competition film "Manderlay," a willfully simplistic look at race in America, set during the early 1930s, that includes an image of the twin towers in the closing credits. Sept. 11 also haunts films as radically different as the fine German fiction feature "Schläfer" ("Sleeper"), from the writer and director Benjamin Heisenberg, and the politically reductive, intellectually facile BBC-produced documentary "The Power of Nightmares," directed by Adam Curtis.

 

 Curtis's film, which originally appeared on British television, is showing in a somewhat shorter version here, out of competition, and has provoked interest from American distributors.

 

 If Curtis's documentary is released in the United States, it will be sure to ignite debate largely because it draws parallels between the American neoconservative movement (and one of its gurus, Leo Strauss) and radical Islamists (represented by the influential Egyptian writer Sayyid Qutb). One British acquaintance said the documentary had inspired political rumination among audiences that don't normally focus on such issues. Although Curtis masticates on some chewy facts, he errs badly in his attempt to give history such a schematic shape. Among the film's claims is that Islamists are reacting against Western liberal democracy, when their larger problem would seem to be the Enlightenment.

 

 Heisenberg confronts the post-Sept. 11 climate with greater success. The story of a young white European scientist, Johannes, who becomes a colleague of and then an uneasy friend of an Arab immigrant, Farid, "Schläfer" proves that political films need not traffic in dogma or sensationalism. The movie - the title evokes the term "sleeper cell" - hinges on the essential question of how human beings take moral responsibility. At one point, Johannes tells Farid that everyone has his reasons, echoing a line from Jean Renoir's 1939 masterpiece, "The Rules of the Game." One of the most famous lines in cinema, these words hang over this new film like a rebuke. Everyone has his reasons and, Heisenberg adds, some are sleeping the sleep of the dead.

 

 

By Manohla Dargis